Heimat und Verschönerungsverein e.V.; Am Löh 16; 57258 Freudenberg-Oberholzklau

                                   Am Dorfgemeinschaftshaus “Alte Schule”

Geschichtliches über Oberholzklau, einem kleinen Ort im nördlichen Siegerland

(Text in Anlehnung an die von Eike-Otto Hammel verfasste Festschrift, anlässlich des Jubiläums 925-Jahre Oberholzklau)

  • 1079 - Oberholzklau erstmals erwähnt
  • Historischer Ortskern
  • Historischer GrenzĂĽbergang “Holzklauer Schlag”
  • Oberholzklau - Im Wandel der Zeit
  • 1079 - Oberholzklau erstmals erwähnt

    Der Name Oberholzklau (damals noch Holzeclaen genannt) wurde erstmals 1079 in einer Urkunde erwähnt. Die Gebrüder Gerung und Heribert aus Siegen vermachten dem Kloster Deutz bei Köln - zu Ehren der heiligen Maria, Mutter Gottes und des heiligen Heriberts – ein in Holzeclaen gelegenes Gut. Es ist wahrscheinlich, das die Bewohner die Länderreinen pachtweise zur Bearbeitung überlassen bekamen, um damit aus ihren Gütern ein Nutzen für das Kloster Deutz zu ziehen.

    Man kann davon ausgehen das Oberholzklau somit deutlich älter ist, vielleicht haben sich hier schon vor Christus Menschen aufgehalten und die ersten Siedlungsversuche unternommen, wobei Dorfähnliche Siedlungen zu dieser und auch zur Zeit der Römer in der heutigen Form noch recht selten waren.

    Durch die Lage des Ortes, im Schutz von Wäldern und Bergen, bot er sich zum Siedeln an. Ein weiter Grund für die Ansiedlung waren zwei Wasserläufe, zum einen der Holzklaubach und der Buscheborn, dieser versorgt auch den Pfarrweiher. Viele Oberholzklauer besaßen für diese beiden Gewässer, Wassernutzungsrechte mit denen ihre häusliche Wasserversorgung gesichert war. Wer diese Möglichkeit nicht nutzen konnte, musste sich mit einem Brunner selbst versorgen. Erst in den fünfziger Jahren wurden die ersten Wasserleitungen von den Bewohnern der damals noch selbständigen Gemeinde Oberholzklau verlegt.

    Historischer Ortskern

    Zum Mittelpunkt von Oberholzklau gehören die Kirche und der Historische Ortskern. Die alte Hallenkirche wurde um 1250 erbaut. 1908 wurde der alte baufällige Turm mit seinen wuchtigen Stützmauern abgerissen und neu aufgebaut. Die Kirche wurde renoviert und das Kirchschiff vergrößert. Die beiden Glocken stammen aus den Jahren 1512 und 1588. Bemerkenswert ist eine mittelalterliche Wandmalerei in der linken Apsis der Kirche. Sie zeigt die Grablegung Mariens, eine Szene, die in der „Legenda Aurea“ Erwähnung findet. Jacobus á Voragine (späterer Erzbischof von Genua) verfasste dieses berühmte „Goldene Buch“ des Mittelalters. (Mehr über das Kirchspiel erfahren Sie bald hier)

     

    Schräg gegenüber der Kirche steht das alte Pfarrhaus, es wurde 1608 in Fachwerkbauweise errichtet. Neben dem Pfarrhaus steht die alte Pfarrscheune aus dem Jahr 1736, sie diente später als Konfirmandenhaus und als Kindergarten. Unweit der Pfarrscheune befindet sich der Pfarrweiher mit dem alten Backes (Backhaus) aus dem 17. Jahrhundert, dieser wurde und durfte nur vom Pfarrer und Lehrer genutzt werden. Ein Backes für die übrigen Bürger befand sich in unmittelbarer Nähe, dort wo jetzt das Feuerwehrgerätehaus steht.

    Pfarrhaus erbaut 1608

    Pfarrscheune erbaut 1736

    Pfarrweiher mit Backes 17. Jahrhundert

    Gegenüber des Pfarrhauses steht das „aal döwwern Hus“, es zählt zu den ältesten Fachwerkhäusern des Siegerlandes, das genau Alter weiß man nicht, aber durch die Bauart und die verwendeten Materialien bescheinigen Experten ein sehr hohes Alter. Hinter der Kirche, an der Ecke Alte Straße und Oberholzklauer Straße befindet sich noch ein altes Fachwerkhaus, es diente früher als Kirchspielschule. Einige Meter entfernt steht „Schneidersch Hus“, es wurde 1750 erbaut und diente um 1800 als Posthalterei. Diese wurde vermutlich auf Grund eines Postvertrages, der zwischen den Häusern Nassau-Oranien und von Turn und Taxis geschlossen worden war, eingerichtet. In „Schneidersch Hus“ befand sich auch ein Gasthaus in dem Durchreisende übernachten konnten, das letzte „Hotel vor der Grenze“. (Bilder folgen)

    (Ich werde in kĂĽrze noch mehr auf die einzelnen Fachwerkgebäude  und deren Geschichte in einem eigenem Kapitel eingehen)

               aal döwwern Hus

    Historischer Grenzübergang „Holzklauer Schlag“

    Oberholzklau war lange Zeit ein Grenzort, er bildete die Landesgrenze zwischen Nassau-Oranien (heutiger Kreis Siegen-Wittgenstein) und Kur-Köln (heutiger Kreis Olpe). Die etwa 105 km lange Grenze wurde durch einen Wall, Gräben und Gebück gesichert, das so genannte „Kölsche Heck“. (Mit Gebück bezeichnet man die Landhecke. Die Äste der Hainbuche wurden nach unten gebogen (gebückt) und in der Erde verpflockt. Sie wurzelten und trieben wieder aus Das Astwerk wurde miteinander verflochten. Somit entstand ein zur damaligen Zeit undurchlrinkliches Dickicht)
    Noch heute ist zwischen Oberholzklau und Hünsborn ein Grenzübergang zu besichtigen, der „Holzklauer Schlag“. Der Durchgang, war so schmal das nur ein Gespann passieren konnte. Gesichert wurde der Übergang durch einen Schlagbaum, der von einem „Bäumer“, so nannte man den Mann, bedient wurde.
     
     In unmittelbarer Nähe des „Holzklauer Schlags“ befindet sich noch ein alter Hohlweg, auf dem damals Waren und GĂĽter mit Gespannen transportiert wurden. Charakteristisch fĂĽr den Hohlweg sind die tiefen Spurrillen, die die Räder der Gespanne mit der Zeit in den Fels hinein fuhren. Im Jahr 1442 befand sich in Oberholzklau schon eine Zollstätte, somit muss es zu dieser Zeit schon den Holzklauer Schlag gegeben haben.
    1224 wurde erstmalig das Obere Schloss in Siegen erwähnt. Der Ort Siegen, die heutige Kreisstadt von Siegen-Wittgenstein, entstand um 750. Bereits 1170 ließ Graf Ruppert der III. zu Laurenburg-Nassau in Siegen eine Münze prägen, mit der Inschrift: Sigenensis civitas – Graf Ruoberd (Gemeinde Siegen – Graf Ruppert).
     
    Am Holzklauer Schlag hatten die Siegener Grafen einen Galgen aufstellen lassen. Dieser hatte im Volksmund den Namen „Peterchens Galgen“, da an Ihm ein Viertel von Peterchen von Freudenberg, Peter Cramer aufgehängt wurde. Peterchen hatte gemordet. Der Siegener Schafrichter hatte in Alchen Peterchen den Kopf abgeschlagen und in gevierteilt und an vier Landstrassen aufgehangen.
     
    Der Holzklauer Schlag lädt heute noch zu einer Besichtigung ein. Er wurde vom Heimat- und Verschönerungsverein wieder neu hergerichtet, freigelegt und durch eine Info-Tafel erweitert.
    2004 wurde er zum Denkmal des Monats Juli ernannt, Informationen dazu finden Sie hier.
     
    So erreichen Sie den “Holzklauer Schlag”:
    Fahren Sie von Oberholzklau Richtung Hünsborn (Olpe, Wenden) ca. 1 km. Auf der Höhe kreuzt ein Wanderweg, auf der linken Seite befindet sich ein kleiner Parkplatz, von dort sind es noch ca. 200m geradeaus bis zum historischen Grenzübergang mit Hohlweg, der sich hinter dem Schlagbaum links hinein befindet.

    Der Bericht - Geschichtliches aus Oberholzklau - wird fortgesetzt